Das Museum

Seit 1997 beherbergt das Gebäude,das als eines der schönsten Bauwerke der niederländischen Renaissance in Norddeutschland gilt, das Museum der Stadt Friedrichstadt. Hier erfahren Sie etwas über den Gründer der Stadt und die ersten Siedler, Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden. Außerdem können Sie sich über die verschiedenen Glaubensgemeinschaften, die früher und heute in Friedrichstadt leb(t)en, informieren, denn heute gibt es in dem 2600 Einwohner zählenden Ort noch fünf aktive Kirchengemeinden.

Vom Museum aus ist ein Einblick in den Betsaal der Mennoniten möglich.Zudem zeigt die Dauerausstellung Wissenswertes über das Alltagsleben in der kleinen Stadt an der Eider.

In wechselnden Ausstellungen werden regelmäßig besondere Aspekte der Friedrichstädter Geschichte oder die Werke Friedrichstädter Künstler/innen vorgestellt.

 


Eine Auswahl der Exponate

 

Lade der Schützengilde

 

In diesem Kästchen wurde die Königskette der Friedrichstädter Schützengilde verwahrt. Die Gilde ist heute der älteste noch bestehende Verein in Friedrichstadt. Sie lässt sich bis ins Jahr 1690 zurück verfolgen. Oberstes Ziel der Schützengilde ist nicht das kunstfertige Schießen, sondern das gesellige Beisammensein, das vor allem beim alle drei Jahre stattfindenden Schützenfest gepflegt wird.
Neben der Schützengilde gibt es in Friedrichstadt heute zahlreiche Vereine und Gilden, die das gesellschaftliche Leben der kleinen Stadt prägen.

Fliese

 

Die niederländischen Siedler brachten in ihre neue Heimat Friedrichstadt den Baustil aus der alten Heimat mit. Das zeigte sich im Grundriss der Stadt mit ihren künstlichen Wasserstraßen und auch im Aussehen der Häuser, die bis ins Detail niederländisch gestaltet wurden. Nicht nur ihre Form, mit den Treppengiebeln, Hausmarken und kunstvoll verzierten Fassaden war ungewöhnlich. Auch die beim Bau benutzten Backsteine waren für norddeutsche Verhältnisse zu klein. Sie wurden, wie das gesamte restliche Baumaterial, per Schiff importiert.
Im Innern schmückten die Bauherren ihre Wände mit Fliesen, wie sie später auch in Kapitänshäusern auf den nordfriesischen Halligen und Inseln verwendet wurden. Wenige Häuser in Friedrichstadt besitzen heute noch diesen originalen Wandschmuck.

Oft sind die kunstvoll bemalten Stücke späteren Modernisierungswünschen zum Opfer gefallen.
Diese Scherbe zeigt zwei Jungen beim Federballspiel. Sie wurde vor einigen Jahren beim Straßenbau zutage gefördert.

Senftopf

 

 

 

Zahlreiche kleine "Fabriken" prägten um 1900 Friedrichstadt. Unter anderem wurde hier Senf und Essig produziert.

 

 

Kasel

Um 1900 wurde diese kostbare Kasel für die katholische Gemeinde in Friedrichstadt angefertigt. Der Pfarrer trug sie zu bestimmten Gottesdiensten.
Am 24. Februar 1625 erhielten die Katholiken in Friedrichstadt eingeschränkte Religionsfreiheit. Sie durften keinen Gottesdienst in der Öffentlichkeit feiern, das Tragen des Priestergewandes war nur während des Gottesdienstes erlaubt und der Bau eines Kirchturms blieb ihnen verwehrt. Von 1627 bis 1638 betreuten Dominikaner die kleine Gemeinde. Ab 1646 liessen sich Jesuiten aus Belgien als Missionare nieder. Sie erwarben das Fünfgiebelhaus am Fürstenburgwall und bauten den Stall zur Kapelle um.

Die Eingangstür zur Strasse hin blieb jedoch auf Anordnung des Herzogs jahrelang verschlossen, so dass die Gottesdienstbesucher bis 1665 über einen Hinterhof gehen mussten.
Die katholische Gemeinde gehörte stets zu den kleineren Glaubensgemeinschaften der Stadt.
Um 1661 lebten hier zehn katholische Familien. Weitere Gläubige kamen oft von weither zum Gottesdienst nach Friedrichstadt.
In der Region gab es nur noch drei weitere katholische Kirchen: In Glückstadt an der Unterelbe, Fredericia in Mitteljütland und auf der Insel Nordstrand.
Die katholische Gemeinde in Friedrichstadt umfasste 1750 etwa 120 Personen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der Friedrichstädter Katholiken wieder ab.
Teile des Kirchenbesitzes wurden verkauft. Die zwischenzeitlich vergrösserte Kirche im Garten des Fünfgiebelhauses nutzte die Gemeinde bis 1846.
Der Kopenhagener Architekt Friedrich Hetsch baute die neue Kirche am Fürstenburgwall, nachdem es dem damals hier amtierenden Pfarrer gelungen war, das Geld dafür durch Spenden zusammen zu bekommen.

Am 1. November 1846 wurde das Gotteshaus eingeweiht, musste jedoch wegen Mängeln in der Konstruktion bereits drei Jahre später abgerissen werden. Die heutige katholische Kirche steht am gleichen Standort. Sie wurde 1854 eingeweiht und trägt den Namen des heiligen Knut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich die katholische Gemeinde in Friedrichstadt.
Unter den hier angesiedelten Heimatvertriebenen gab es viele Katholiken.
Heute leben etwa 140 Katholiken hier. Der Gemeindepfarrer betreut von Husum aus die Gläubigen.