Die Geschichte von Friedrichstadt

Friedrichstadt wurde von Herzog Friedrich III. 1621 gegründet und gilt heute als Kulturdenkmal. Die Stadt wurde als Handelsstadt und als Ort der Religionsfreiheit konzipiert und auf dem Reißbrett entworfen. Um das ehrgeizige Bauvorhaben erfüllen zu können, wurden zahlreiche holländische Remonstranten nach Friedrichstadt geholt. Schon bald galt der Ort als eine “Stadt der Toleranz” und beherbergte unterschiedliche Glaubensrichtungen und Religionsgemeinschaften.

Eine geplante Stadt mit ehrgeizigen Zielen

Mit der Gründung von Friedrichstadt verfolgte Herzog Friedrich III. von Schleswig-Gottorf ein ehrgeiziges Ziel. Die Stadt sollte zum Mittelpunkt des Handels von Spanien über Russland bis nach Ostindien werden. Zu diesem Zweck gewährte er zahlreichen Niederländern eine eigene Siedlung mit niederländischer Amtssprache. Die Niederlande galten damals als führende Wasserbauern und Händler.

Friedrichstadt ist eine Planstadt und entstand am Reißbrett. In den ersten Jahren ließ Herzog Friedrich III. zahlreiche Häuser auf eigene Kosten bauen. Zusätzlich siedelten sich finanzkräftige Mennoniten in der Stadt an, die in ihrer Heimat religiöse Verfolgung fürchten mussten und in der Stadt Religionsfreiheit zugesichert bekamen.

Bald strömten weitere Bürger in die junge Siedlung, welche zum einen vom versprochenen Wohlstand der Handelsstadt als auch von der Religionsfreiheit angelockt wurden.

17. und 18. Jahrhundert

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) wurden Schleswig und Holstein besonders in Mitleidenschaft gezogen, was sich auch auf Friedrichstadt auswirken sollte. Der erhoffte Wirtschaftsaufschwung blieb aus und viele angeworbene Bürger kehrten wieder in ihre Heimat zurück. Dennoch erhielt die Siedlung 1633 das Stadtrecht. Die erhoffte internationale Bedeutung als Handelsplatz konnte Friedrichstadt jedoch nie erringen.

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Stadt in verschiedenen Kriegen immer wieder von Truppen besetzt. Die ganze Zeit über blieben die Niederländer die wichtigste Bevölkerungsgruppe. Sie stellten einen Großteil des Stadtrats und verfügten über großen politischen Einfluss.

19. Jahrhundert

Auch im 19. Jahrhundert wurde Friedrichstadt immer wieder angegriffen und erobert. Während des Zweiten Schleswig-Holsteinischen Krieges von 1864 wurde das gesamte Herzogtum unter preußische Verwaltung gestellt. Ab 1869 wurde die Stadt dem neu geschaffenen Kreis Schleswig zugeordnet.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahn setzte in Friedrichstadt ein bescheidener wirtschaftlicher Aufschwung ein. So wurde 1854 eine eigene Bahnstrecke nach Tönning errichtet. 1887 wurde die Marschbahn errichtet, die Friedrichstadt mit zahlreichen anderen Städten in Schleswig-Holstein noch heute verbindet. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Stadt am besten per Schiff erreichbar.

20. Jahrhundert

Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus endete das friedvolle Zusammenleben der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften. In der Reichspogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge zerstört und alle jüdischen Männer verhaftet. Die jüdische Gemeinschaft der Stadt wurde ausgelöscht.

Während des Krieges selbst blieb die Stadt aufgrund ihrer relativen Bedeutungslosigkeit für die Kriegsanstrengungen des Dritten Reichs vor Bomberangriffen der Alliierten weitgehend verschont. Die Stadt überstand den Krieg so weitgehend unbeschadet.

Nach 1945 wurde Friedrichstadt wie viele andere Städte in Schleswig-Holstein ein wichtiger Unterbringungsort für deutsche Ostvertriebene. Nach der Besatzungszeit ging die Einwohnerzahl jedoch wieder drastisch zurück.

Friedrichstadt heute

Heute ist Friedrichstadt amtsfrei. Die Verwaltungsgeschäfte werden vom Amt Nordsee-Treene geführt. 2012 zählte die Stadt knapp über 2500 Einwohner und lebt vor allem von einem sanften Tourismus und Tagesausflugsgästen.